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110 Seiten
9,90 EUR + Porto

Bereits in der Antike wurde in der Architektur und Stadtplanung kopiert. Heute gibt es den Eiffelturm und die Pyramiden von Gizeh als Kopie in Las Vegas und vielerorts mehr. Die Europäische Stadt dient derzeit als Blaupause westlicher Architekten zur Grundsteinlegung einer massiven chinesischen Städteexpansion. Weltweit werden gesellschaftliche Muster und Lebensweisen kopiert, um an anderer Stelle und in neuen Kontexten platziert zu werden.

Copy & Paste steht nach wie vor hoch im Kurs und findet nicht nur im digitalen Habitat erfolgreiche Anwendung. Neue arbeitstechnische Mittel der Serienproduktion holen die Frage nach Original und Kopie immer wieder auf die kulturpolitische Agenda. Kopien werden schneller, besser, überholen das Copyright und nähren Kulturtechniken wie Sampling und Mashup.

Wo hört das Original auf und wo fängt das Neue an?

Die aktuelle Ausgabe des urban spacemag stellt Beiträge vor, die zu dem Begriff Copy & Paste multiple Perspektiven einnehmen:
Besucher eines religiösen Themenparks in Argentinien und einer italienischen Kleinstadt in Südafrika beschreiben die Sehnsucht nach kitschigen Repliken. Großformatige künstlerische Interventionen sichten den Stadtraum als Tauschbörse. Die Werbung kopiert die Straße und Punk war eh schon immer von Business nicht weit. Der Vorstadt-Generator wird nicht müde und Rekonstruktion ist Emotion im Zeitloch. Architektonische Zitate finden sich unter Palmen im Potsdam des 19. Jahrhunderts wieder. Kopierfehler erhöhen die Spannung im Alltag und wie wurde eigentlich Unkraut zum Global Player?

Wir möchten unseren Autoren für die vielen eingereichten Beiträge danken. Erst dadurch wurde dieser Blick auf den Begriff Copy & Paste möglich.

Inhalt

EDITORIAL

FICTIONAL SUBURBIA
(Ross Racine)

PREUSSISCHE PALMEN
Architektonische Zitate im Potsdam des 19. Jahrhunderts
(Erik Hannibal)

TIERRA SANTA
Jerusalem für die ganze Familie
(MATO)

WHO IS WEARING MY T-SHIRT
Textile Kunst im Spannungsfeld zwischen Europa und Afrika
(Zohra Opoku)

TWO WAY GASTRONOMY
Between East and West
(Sandra Moskova)

AUTHENTISCH VERGESSEN
Rekonstruktion Heute
(Clemens Dill)

GLOBAL PLAYER
Wie aus Unkräutern die Flora der Städte wurde
(Matthias D. Hederer)

REISSCHNAPS KONFUZIANISMUS
Architektur, Kopie, China.
(Viktor Oldiges)

FEHLER SIND NOTWENDIG
Von der Komplexität räumlicher Nähe
(Axel Häusler)

NEVER MIND THE CRISIS
Als ein Zitat geboren, heute die meist zitierte Bewegung der Popkultur:
Punk ist stumpf, beliebig und überholt – und warum das alles nicht stimmt.
(Sven Hirschler)

OUTSIDE IN VIRTUAL INTERIOR
(Annett Zinsmeister)

WELCOME TO MONTECASINO
(Marianita Palumbo)

VON DER STRASSE IN DIE WERBUNG
(Sebastian Bührig)

ZWEI KÜNSTLERISCHE POSITIONEN ZUM THEMA »COPY & PASTE«
(inges idee & Christian Hasucha)

MASH MY BOOK UP
Ohne Coverversionen und Mashups wäre die Literaturgeschichte unglaublich arm.
(Björn Grau)

iWILLY
Ein Möbel, zugeschnitten auf die Bedürfnisse des digitalen Wandels
(Heike S. Bühler)

AUTORENSCHAFT UND ORIGINALITÄT IM DIGITALEN HABITAT
Eine symboltheoretische Perspektive auf die Grenze zwischen analog und digital
(Jan Bovelet)

Reblog, RT@, FWD
Urbane Phänomene, soziale Netzwerke und vernetzte Kommunikation
(Tim Birkholz und Stefan Höffken)

WO HÖRT DAS ORIGINAL AUF, WO FÄNGT DAS NEUE AN?
im Gespräch mit Jens O. Brelle

OPEN UP THE WEST
Vom T-Shirt bis zur Großstadt
(Tobias Mohn)

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