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Sep 2010 01
Klebeband ist mehr als ein Klebstoff von der Rolle denn weltweit findet man immer mehr Tape auf den Straßen der Stadt. Nachdem in Ausgabe #2 ja einige Akteure auftauchten, die mit Gaffa-Tape erstaunliche Dinge vollbringen, möchten wir nun unser neues Blog nutzen, um in Form einer Serie tiefer in die Welt der Tape Art einzusteigen und noch mehr Künstler vorzustellen.

Arno Piroud, Paris

Arno Piroud ist seit 1997 aktiv und behauptet von sich, keine StreetArt sondern zeitgenössische Kunst in und mit der Stadt zu betreiben. Über diese Abgrenzung lässt sich sicherlich trefflich diskutieren. Völlig klar ist jedoch, dass er zu den Aktivposten der Inteverntionisten gehört.
Wer sein umfangreiches Portfolio auf seiner sehenswerten Seite komplett begutachten möchte, sollte einige Zeit einplanen. Einen kompakteren Überblick liefern da die Damen und Herren vom Gestalten-Verlag, die Arno Piroud beim Release des Buches Urban Interventions in London interviewten und dieses Interview vor kurzem in ihrem Podcast veröffentlicht haben.

Projekt „Duel“ / Arno Piroud

Bild: Arno Piroud

Bild: Gestalten Podcast

Buff Diss, Berlin

Der aus Melbourne stammende Buff Diss lebt und arbeitet derzeit in Berlin. Schon vor einiger Zeit hat er die Sprühdosen zur Seite gelegt und ist auf Klebearbeiten in der gebauten Umwelt umgestiegen. Nachdem er bereits in Australien eindrucksvolle Arbeiten hinterlassen hat, ist er nun auch in Europa aktiv, wie beispielsweise im Frühjahr 2010 beim Berliner Turmkunst Event am und im Steglitzer Bierpinsel.

Ein Blick in sein Flickr-Portfolio ist unbedingt zu empfehlen.

Aftermatch / Bild: Buff Diss

Starewell / Bild: Buff Diss

Shuetsu Sato, Tokio

Verena Dauerer schrieb über ihn in unserer Ausgabe #2:

Wachmann Shuetsu Sato hat ein besonderes Hobby: In den U-Bahnhöfen in Tokio klebt er die Umleitungshinweise vor den Baustellen – per Hand fein säuberlich mit breitem, bunten Klebeband. Exakt zeichnet er mit der Hand die Linien vor, dann schneidet er genau abschätzend das Klebeband in die Länge und setzt Lage für Lage behutsam in meditativer Präzisionsarbeit aneinander. Minutiös sind die Laufwege von U-Bahnlinie A zu Anschlusszug B – wie hier in Nippori Station – gelegt, die Fluchtwege und Toiletten gekennzeichnet und natürlich auch die Lage der Rolltreppen und Lifte dargestellt. Dabei sind die Linien zweifarbig geklebt, damit ermüdete Pendler gleich mit einem raschen Blick im Vorbeigehen wissen, in welche Fahrtrichtung sie die Treppe hinuntersteigen müssen. (…) Angefangen hat Shuetsu Sato wohl im Jahr 2003, als die gigantische Shinjuku Station mal wieder an einer ihrer vielen Ecken ausgebessert werden sollte. Heute gehört er zum Sicherheitspersonal der U-Bahnlinien, eigentlich kommt er aber ganz woanders her: Vor Jahren hat er als Banker in Tokio angefangen und später als Schriftsetzer bei Zeitungen gearbeitet. Das war zu einer Zeit, als man die Texte für die japanischen Zeitungen noch komplett handschriftlich verfasst und kopiert hat. Er verlor seine Jobs irgendwann und heute ist er eben Wachmann.

Shuetsu Sato bei der Arbeit / Bild: Verena Dauerer

Bild: Verena Dauerer

Bild: Verena Dauerer

L´Atlas, Frankreich

Keine großen Erklärungen, denn die finden sich im sehr schönes Künstlerportrait im Steetart Berlin Blog. Hier lediglich ein Auszug:

„Ob kleinere Klebebandreste, die an einem Pfeiler ein Symbol bilden, oder riesige Tape-Bahnen, die gigantische Muster über ganze Plätze spannen, L’Atlas hat es bereits gemacht.“ (mehr lesen)

L´Atlas hat übrigens eine wunderbare Flash-Webseite, die man sich durchaus mal ansehen kann sofern man nicht grad mit einem iPhone oder iPad unterwegs ist.

Bild: L´Atlas / Sete / 2008

Bild: L´Atlas / Paris / 2008

Bild: L´Atlas / Epinal / 2008

1 comment

  1. brenna says:

    i’m curious about the next parts!
    thx for the collection…

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