next stop mülldorf – urban flair. in the middle of nowhere

Next Stop Mülldorf

„Die neue Mitte liegt am Rand: Die Zwischenstadt mit ihren Einkaufszentren, Gewerbehallen und Großtankstellen. Sie ist nicht nur Stadtplanern ein Dorn im Auge, aber wächst stetig.” (Schultheis 2005).

In der Siedlung Deutschland, der nahezu umfassenden Urbanisierung unseres Landes, ist ein scheinbar endloser Flächenbrand im Gange. Urbanes, natur-unabhängiges Leben scheint überall möglich. Natur oder die reine Natürlichkeit verliert dabei immer; an Aufmerksamkeit, Fläche, Zusammenhang…

Kategorie: Ausstellung
Agenten: Gesamtes SpaceDepartment + externe Agenten 
Alessandro Chirico, Zoran Eldic, Kathrin Franke, Julia Henkel, Stephan Landau, Janek Lorenzen, Benjamin Schneider, Michael Szymczyk und Ferdinand Weiß
Zeitraum: Februar 2006 

Es entsteht die paradoxe Situation, dass der Mensch genau das zerstört, was ihm lieb ist: „Leben im Grünen, das habe ich mir schon immer gewünscht!”

Grün. Land. Oft verstanden als Gegensatz zur Stadt und modernen Existenz. Das heutige Leben ist so weit technisiert, so gegensätzlich die reale Lebenswelt, dass ein Ausgleich im Grünen, eine Flucht ins Unversehrte gesucht wird. Dabei sind die Grenzen zwischen Stadt und Land längst verschwommen, um diese noch zu erkennen, bedarf es immer mehr gedanklicher Hilfskonstrukte. 

Die Beschreibung einer städtischen Landschaft zeichnet ein Traumbild von einer gelungenen Symbiose von Mensch/Stadt und Natur. Die Realität sieht jedoch anders aus. Die Landschaftsflächen werden vermehrt von Siedlungsstrukturen, wie von einem Teppich, überdeckt. Stellt sich die Frage: „Wo endet die Stadt, wo beginnt das Land?”

Die Menschen haben die Oberfläche in diesen Sphären des Kontinents so nachhaltig verändert, dass eine reine Natürlichkeit, definiert in unangetastet, kaum noch zu finden, kaum noch nachweisbar ist. 

Es geht hier nicht nur um Siedlungsflächen, um den Zustand der Natur, sondern viel mehr um unsere Art zu Leben. Wie definieren wir uns selbst in unserer Umgebung? Suchen wir nur den optimalen Lebensraum? Fest steht, dass wir bei dieser Suche Spuren hinterlassen. 

Im Rahmen der Ausstellung erfasst und analysierte die Projektgruppe diese Spuren. Das angestrebte Ziel: Einen Umgang, eine Idee für städtebaulich kaum betrachtete Zwischenbereiche zu finden und diese im Raum zu überprüfen.




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